„Bon Jovi Limitless“: Die erwartete Enttäuschung

Der Backing-Track kursiert ja bereits seit einigen Tagen im Netz, nun gibt es auch die vollständige Version online vom neuen Bon-Jovi-Song zu hören. Dieser trägt den Namen „Limitless“ und erfüllt leider exakt die Erwartungen, die zuvor bei mir bereits die Instrumental-Version geweckt hatte. Aber urteilt selbst:

Fertig gehört? Also los: Der neue Song führt für mich gnadenlos die Linie der letzten Alben fort und steht daher in einer Tradition von Songs wie „We weren’t born to follow“ oder „Knockout“. Wer also Bon Jovi aus den späten 80er oder frühen 90er Jahren liebt, wird einmal mehr enttäuscht. Gefallen dürfte der Sound daher vielmehr solchen Fans, die Bon Jovi seit dem 2000er Album „Crush“ gerne hören. Ich zähle nicht dazu und kann auch ganz genau festmachen, was mir an dem neuen Song – einmal mehr – nicht gefällt:

  • Der Sound ist austauschbar: Natürlich fällt die Stimme von Jon Bon Jovi auf und hat einen Wiedererkennungswert. Die Musik an sich ist für mich aber belangloser 08/15-Poprock, der in dieser Form von unzähligen anderen Künstlern veröffentlicht wird. Klar, Bon Jovi war auch zu Hair-Metal-Zeiten mehr Mainstream als Underground. Doch das Riffing von Richie Sambora, seine Soli und sein Background-Gesang haben früher Songs geprägt und Aufhorchen lassen.
  • Es gibt kein Gitarrensolo: Nach der Bridge (nach etwa zwei Minuten)  schreit der Song förmlich nach einem Gitarrensolo, das dem Song noch einmal einen – oder gar den ersten richtigen – Kick geben könnte. Stattdessen folgt das Intro und der Chorus. Langweilig. Andererseits ist es ja vielleicht auch gut, wenn kein Solo kommt – schließlich ist Sambora ja nicht mehr dabei.
  • Dem Song fehlt Dynamik: Beim Intro spielt das Schlagzeug zunächst nur gedämpft, bevor Tico die Drums ein paar Sekunden später richtig bearbeitet. Trotzdem plätschert der Sound weiter vor sich hin, ohne dass der Song an dieser Stelle abhebt. Ob es an der Aufnahme liegt?

Nicht falsch verstehen: Ich bin großer Fan der Band. Doch gerade deshalb wünsche ich mir wieder einmal Songs von einem Kaliber wie „Dry County„, die abwechslungsreich komponiert sind, geile Soli haben und die man einfach immer wieder hören will. Das ist beim neuen Song einmal mehr leider nicht der Fall.

Andererseits waren auf den letzten Alben doch immer wieder ein paar Perlen versteckt, obwohl das die austauschbaren Vorab-Singles so nicht vermuten ließen. Beim „Circle“-Album war das für mich etwa beim Track „Brokenpromiseland“ der Fall. Warten wir also auf das neue Album, das am 15. Mai 2020 erscheinen soll. Der Titel lässt allerdings keine Großtaten vermuten und heißt recht einfallslos: „Bon Jovi 2020“.

„Alright now!“: Neues Ozzy-Album erscheint am 21. Februar 2020

Rund zehn Jahre nach seinem letzten Studio-Album („Scream“) veröffentlicht der „Prince of Darkness“ in dieser Woche ein neues musikalisches Lebenszeichen. Der neue Longplayer bietet elf Songs bei einer Spielzeit von knapp 50 Minuten und trägt den augenzwinkernden Titel „Ordinary Men“ – schließlich ist Ozzy ja alles andere als ein Durchschnittstyp:

“There’s a line in ‘Ordinary Man’ where I sing, ‘I don’t want to die an ordinary man,’ which I don’t think I will,” OZZY says with a laugh.

Seine neue Musik dagegen ist dann schon eher Durchschnitt. Denn zumindest die ersten drei Single-Auskopplungen vom neuen Album bieten – trotz prominenter Unterstützung – wenig Überraschendes und liefern den typischen Ozzy-Sound, den seine Fans so aber wohl auch von ihm erwarten dürften.

Passend dazu wartet der neue Song „Straight to Hell“ (übrigens mit einem Solo der Gunners-Legende Slash) gleich zu Beginn mit einem klassischen Selbstzitat auf. Wenn Ozzy nämlich zu Beginn „Alright now!“ ins Mikro schmettert, muss man unweigerlich direkt an den Black-Sabbath-Klassiker „Sweat Leaf“ denken, wo er diese Textzeile zu Beginn fast identisch interpretiert (siehe Videos unten):

Schon gehört haben dürfte der ein oder andere auch den Titel-Song „Ordinary Man“, der ebenfalls schon ausgekoppelt wurde. Mich haut dieser Song nicht wirklich um. Handelt es sich doch um eine typische Ozzy-Ballade im Stil von „Dreamer“, die mir immer eine Spur zu handzahm und schnulzig rüberkommen.

Aber Meik sieht das bestimmt anders 😉

Deswegen werden wir zeitnah das neue Ozzy-Album in unserem Podcast besprechen.